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Sonntag, Dezember 16, 2007

Traenenschwer

... es kam, wie es kommen musste und so sitze ich gerade bei meiner alten Gastfamilie, habe dicke Augen von der ganzen Heulerei und versuche einen Weg zu finden, die Zeit zurueckzudrehen,

Es war ein schoener Abend gestern. Der Abschied von meiner alten Gastfamilie ist mir ja nicht wirklich schwer gefallen und Teresa hat mich inklusive Gepaeck aus diesem Irrenhaus befreit. Dann sind wir nach Douglasville gefahren, um Christopher abzuholen und meinen letzten Abend zu celebrieren. Ein letztes Mal ging es in die (Kama)- Sutra Lounge und ich fuehlte mich wie ein siamenischer Zwilling, denn Christopher wich mir nicht eine Sekunde von der Seite. Schoen war's, aber auch die Clubs in Atlanta machen mal dicht. Um die Zeit zu ueberbruecken, sind wir zurueck zu Christophers Appartment gefahren, welcher uns netterweise noch mitten in der Nacht bekochte und nach diesem ueppigen Mahl fiel Teresa in einen Dornroeschenartigen Tiefschlaf auf dem Sofa. Ich haette auch gerne noch ein bisschen geschlafen, was allerdings ein an mir klebender Mann, der noch dazu einen ganzen Wald abgesaegt hat, zu verhindern wusste.

Und wenn ich nicht schlafen kann, sollen andere auch nicht schlafen koennen, also versuchte ich ab 6 Uhr die schlafende Meute wachzubekommen, denn eigentlich hatten wir 6.30 angepeilt, um zum Airport zu fahren. Natuerlich war das nicht der Fall, aber ich bin ja die Ruhe in Person (Achtung - Ironie), so dass wir dann tatsaechlich um 7 Uhr mal endlich auf dem Highway waren.

Ich weiss nicht, wie man den Abschied beschreiben soll, weil eigentlich gibt es dafuer keine Worte. Wahrscheinlich fuehlt es sich so an, wenn einem das Herz herausgerissen wird. Das Ende vom Lied war, das ich beinahe meinen Flug verpasst haette, weil wir uns einfach nicht voneinander losreissen konnten. So musste ich mit geschaetzten 20 Kilo Handgepaeck durch den halben Airport sprinten, was in meiner Verfassung nicht wirklich foerderlich war und kurzfristig dachte ich, mein Kreislauf wuerde sich verabschieden.

Ich fliege jetzt immer mit Airtran, wenn ich mich irgendwo verabschieden muss. Die sind so nett und bringen einem unaufgefordert eine dicke Tissuebox, weil die eigenen Vorraete nach 2.5 Stunden dauerheulen natuerlich irgendwann erschoeft sind.

Nun bin ich hier in New York und Gott sei Dank erstmal durch die coolen Kids abgelenkt. Julian hat mir einen Heiratsantrag gemacht, was ja auch die Loesung meiner Probleme sein koennte, allerdings befuerchte ich, dass niemand zulassen wuerde, das ein dreijaehriger und eine fuenfundzwanzigjaehrige heriaten :-)

In weniger als einer Woche bin ich wieder in Deutschland. Und zu Weihnachten wuensche ich mir ein Flugticket zurueck nach Atlanta. Schnief.

Meine Gasteltern sind gerade weggegangen und ich werde gleich auch schlafen gehen. Bin seit gut 36 Stunden wach und ein emotionales Desaster.

Telefonisch bin ich nicht mehr zu erreichen, aber Emails gehen natuerlich noch.

Bis bald

Andrea

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

oje, musste gerade fast mitweinen...*schnief*
meld dich mal, wenn du wieder in deutschland bist. hast ja meine telenummer.
wünsch dir einen nicht allzuschweren zweiten abschied noch!

Anonym hat gesagt…

Junge, junge, ein klatschroman könnte nicht schlimmer sein. Mensch Nina, was is´n das für ne Type, wenn der noch nicht mal auf die Idee kommt, was ein 3 jähriger schon drauf hat.
Jetzt mal Kopf hoch!
LG aus dem scheiß kalten Köln
Hascherl